Neue Ermittlungen gegen Hürland-Büning und Thyssen
Neuer Ärger für Agnes Hürland-Büning: Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen die ehemalige Verteidigungsstaatssekretärin wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Untreue und zur Steuerhinterziehung. Hürland-Büning kam in die Schlagzeilen, weil sie bis Mitte der neunziger Jahre vom Thyssen-Konzern insgesamt 8,5 Millionen Mark Beraterhonorar erhalten hatte. Davon flossen rund drei Millionen Mark zurück an den ehemaligen Thyssen-Manager Herbert Ernst Gatzen. Aufgrund von Veröffentlichungen über diesen Vorgang durchsuchte die Staatsanwälte in der vergangenen Woche die Wohnungen der Politikerin und des Managers. Der Verdacht bei Gatzen lautet auf Steuerhinterziehung, Untreue und Betrug.
Darüber hinaus durchsuchten die Düsseldorfer Ermittler am vergangenen Montag Büros der Thyssen Industrie und sechs Privatwohnungen. Die Ermittlungen in diesem Verfahren richten sich gegen sechs aktive und ehemalige Spitzenmanager des Konzerns, darunter der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Ekkehard Rohkamm, wegen des Verdachts auf Körperschaftsteuerhinterziehung.
Bei dem Verkauf von 36 Fuchs-Panzerfahrzeugen nach Saudi-Arabien 1991 hatte das Unternehmen rund 47 Prozent des Auftragswertes als Provisionen an dortige Geschäftspartner geltend gemacht, um sie als Betriebsausgabe abzusetzen. Die Staatsanwälte gehen jedoch davon aus, dass die Gelder, die über Briefkastenfirmen in Pa-nama und auf den britischen Virgin Islands liefen, tatsächlich "wirtschaftlich im Einflussbereich des ehemaligen Thyssen-Konzerns verblieben" seien. Bei dem Geschäft mit einem Volumen von insgesamt 440 Millionen Mark flossen 220 Millionen Mark an Provisionen. Staatsanwaltliche Ermittlungen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen beim Panzerdeal gegen den Lobbyisten Karlheinz Schreiber lösten im Herbst vorigen Jahres die CDU-Parteispenden-Affäre aus. (DER SPIEGEL 26/00, Panorama Deutschland)