Leipzig will Teile der städtischen Verkehrsbetriebe verkaufen - DER SPIEGEL
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Leipzig will Teile der städtischen Verkehrsbetriebe verkaufen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als erste Großstadt der Republik will Leipzig einen Teil seiner städtischen Verkehrsbetriebe verkaufen. Die Stadt möchte nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die Reparaturbetriebe für Busse und Straßenbahnen sowie die Instandhaltung des Gleisnetzes künftig mit einem Unternehmen aus der Branche betreiben. Am weitesten sind die Verhandlungen mit dem Münchner Siemens-Konzern gediehen. Im Rennen sind noch die DaimlerChrysler-Tochter Adtranz und der kanadische Bombardier-Konzern.

Mit dem Anteilsverkauf wollen sich die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) für den europäischen Wettbewerb fit machen. Denn in spätestens drei Jahren, so sieht es eine geplante Richtlinie der EU vor, soll der öffentliche Nahverkehr in Europa liberalisiert werden. Dann müssten die Kommunen den Betrieb von Straßenbahn- und Buslinien europaweit ausschreiben. Experten schätzen den deutschen Markt auf rund 40 Milliarden Mark. "Um da mithalten zu können", so LVB-Chef Wilhelm Georg Hanss, "brauchen wir starke, finanzkräftige Partner." Hanss hat bereits mit anderen Verkehrsbetrieben die Deutsche Nahverkehrsgesellschaft (DNVG) gegründet, die europaweit agieren soll. (DER SPIEGEL 26/00, Panorama Deutschland)