Bertelsmann und Gruner + Jahr streiten um Millionenzukauf
Zwischen Bertelsmann und seiner Tochter Gruner+Jahr hängt der Haus segen schief. Der Grund: Im Februar kippte der neue Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ein Investitionsvorhaben des Verlages. G+J wollte sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an einem börsennotierten Datendienstleister beteiligen. Bertelsmann habe den nahezu unterschriftsreifen Zukauf abgesagt, weil das Projekt nicht zu den von Gütersloh ausgegebenen Kriterien passe und der Verlag nicht genug Kompetenz für das Geschäft besitze, heißt es. Beim Verlag G+J, der auch Anteile am SPIEGEL hält, ist man darüber zumindest irritiert, nach eigener Einschätzung hätte das Projekt die Anforderungen erfüllt. G+J-Chef Bernd Buchholz begründet ausbleibende Zukäufe salomonisch damit, dass der Mutterkonzern noch seine Strategie festlege. Auch Bertelsmann zeigt sich versöhnlich: Der Konzern unterstütze den Kurs von G+J, es sei normal, dass Projekte auch mal abgesagt würden. Die Sache aber trifft auf sensible Gemüter: 2009 hatte der damalige G+J-Chef Bernd Kundrun nach einem Streit um Investitionen mit Rabes Vorgänger das Haus verlassen.