Ehemaliger Stasi-Spitzel aus dem Westen will Stasi-Unterlagenbehörde verklagen
Die Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin streitet mit einem früheren Angestellten des SPD-Parteivorstands über dessen mögliche Arbeit als Spitzel für die DDR. Es geht um die Frage, ob Ost-Berlin dadurch "ein umfassender Einblick in die SPD" möglich gewesen sei. Die Auseinandersetzung dreht sich um die Behördenpublikation "Hauptverwaltung A", in der Autor Helmut Müller-Enbergs aufdeckt, wie flächendeckend der Geheimdienst Politik und Gesellschaft im Westen ins Visier genommen hatte (SPIEGEL 47/2011). In dem Handbuch wurde auch über die Quellen "Bob" und dessen Frau "Petra" berichtet. Obwohl die beiden, so Müller-Enbergs, "nach einem Stasi-Ranking in den achtziger Jahren als drittwichtigste Quelle in der SPD und damit bedeutsamer als der DDR-Spion Günter Guillaume eingestuft" wurden, wollen sie nun klagen. Die Jahn- Behörde habe mit dem Buch den Eindruck erweckt, sie hätten bewusst Informationen an die Stasi geliefert. Der Generalbundesanwalt hatte das Ehepaar 1996 angeklagt, das Verfahren wurde gegen eine Geldzahlung eingestellt.