Ver.di-Funktionärin soll Schlecker-Betriebsratswahl manipuliert haben
Eine Gruppe ehemals leitender Angestellter der insolventen Drogeriekette Schlecker erhebt schwere Vorwürfe gegen die Gewerkschaft Ver.di sowie den Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Die Gruppe, die sich "Der Schlecker Verein" nennt, beschuldigt eine Ver.di-Gewerkschafterin, die Betriebsratswahl in Stuttgart am 30. März 2010 massiv manipuliert zu haben. Die Frau soll Wahlunterlagen geöffnet und Stimmkreuze verändert haben – zugunsten von Ver.di-Kandidaten. Zudem seien Wahlbögen von Schlecker-Beschäftigten, die eidesstattlich angeben, nie selbst gewählt zu haben, ausgefüllt und deren Unterschriften gefälscht worden. Mitglieder des "Schlecker Vereins" geben an, sowohl den Schlecker-Personalchef als auch den baden-württembergischen Ver.di-Fachbereichsleiter für Handel alarmiert zu haben, ohne dass die Vorgänge überprüft worden seien. Geiwitz wirft die Gruppe vor, bei den Kündigungen nicht nach den Kriterien der Sozialauswahl vorgegangen zu sein, sondern vor allem Ver.di-kritische Mitarbeiter auf die Kündigungslisten gesetzt zu haben. Inzwischen liegt bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart eine Strafanzeige gegen die Gewerkschaftssekretärin vor. Ver.di sagt, man wollte und wolle nach wie vor den Vorwürfen nachgehen, sei aber "bislang nicht in die Lage versetzt worden, Belege einzusehen". Geiwitz sagt, er kenne die Vorwürfe nicht, seine Kanzlei-Kollegin Margit Fink will aber bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht beantragen.