Neue Vorwürfe gegen Hotelier Jagdfeld wegen Heiligendamm-Pleite
Nach der Insolvenz des Grand Hotels Heiligendamm gerät der Unternehmer Anno August Jagdfeld in die Kritik. Dokumente der Fondsgesellschaft, die mit 135 Millionen Euro maßgeblich das Grand Hotel an der Ostsee bei Rostock finanziert hatte, legen den Verdacht nahe, dass Fondsinitiator Jagdfeld weniger die Interessen seiner Anleger im Blick hatte als eigene wirtschaftliche Ziele - und die Insolvenz und somit den Totalverlust des Anlegerkapitals frühzeitig in Betracht zog.
So fehlten bereits vor drei Jahren rund 32 Millionen Euro, um das Luxushotel, das 2003 eröffnet wurde und kontinuierlich Verluste machte, rentabel zu machen. Sollten die Anleger dieses Kapital nicht aufbringen, heißt es im Geschäftsbericht 2009, "bleiben nur ein eventueller Verkauf oder eine Insolvenz. In diesem Fall wäre ein Totalverlust zu erwarten."Vor zwei Monaten beantragte Jagdfeld die Insolvenz für den Hotelfonds.
Bereits auf der letzten Gesellschafterversammlung im Dezember hatte ein Anlegervertreter Jagdfeld vorgeworfen, das Scheitern des Fonds zu betreiben: "Die ganze Situation legt für mich die Vermutung nahe, dass Sie Heiligendamm längst abgeschrieben haben." Ein Sprecher von Jagdfelds Unternehmensgruppe weist die Vorwürfe zurück; die Familie Jagdfeld sei selbst als Investor von der Insolvenz betroffen. Per saldo sei "die Gesamtleistung, die die Jagdfeld-Gruppe für die Fonds KG erbracht hat, für jene ein Minusgeschäft gewesen".