Gutachten befeuert Streit zwischen SPD und Grünen in NRW über die richtige Energiepolitik für das Land
An Rhein und Ruhr wird es auch über das Jahr 2050 hinaus die als besonders umweltschädlich geltenden Braunkohlekraftwerke geben. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag des nordrhein-westfälischen Landesumweltministeriums. Die Forscher haben Zahlen von RWE ausgewertet und kommen zu dem Ergebnis, dass der Energiekonzern bis zum Jahr 2030 bis zu neun neue Kohlekraftwerke bauen könnte, die bis über das Jahr 2050 hinaus laufen würden. Kurz vor der Neuwahl in NRW befeuert das Gutachten grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Koalitionspartnern SPD und Grüne über die richtige Energiepolitik für das Land. Die SPD überlegt nun sogar, neue Braunkohlekraftwerke speziell zu fördern. "Wir brauchen eine gesicherte Energieversorgung, bis genügend regenerativer Strom zur Verfügung steht", sagt Fraktionschef Norbert Römer. Dafür habe man schließlich die einheimische Braunkohle. Den Grünen hingegen geht der Ausbau erneuerbarer Energiequellen viel zu langsam, Nordrhein-Westfalen hinkt bundesweit bei der Stromgewinnung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse deutlich hinterher. Der grüne Umweltminister Johannes Remmel warnt: "Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind in Gefahr, wenn in NRW jahrzehntelang weiter auf die umweltschädliche Verbrennung von Braunkohle gesetzt würde."