Doping-Razzia an Trainingsstätten von deutschen "Strongman"-Athleten - DER SPIEGEL
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Doping-Razzia an Trainingsstätten von deutschen "Strongman"-Athleten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die stärksten Athleten Deutschlands können Baumstämme werfen, Felsbrocken heben und Lkw ziehen. Die notwendige Kraft für diese drei Disziplinen wird den sogenannten Strongmen allerdings gelegentlich aus dem Chemielabor geliefert. Rund 450 Ampullen Anabolika, andere Präparate und Unterlagen haben Zollfahnder unter anderem bei einer Razzia in einer bayerischen Sportschule entdeckt, die als offizielles deutsches Kraftdreikampfleistungszentrum und als Strongman-Stützpunkt bekannt ist. Die Dopingmittel wurden in insgesamt 19 Studios und Wohnungen in Bayern und Sachsen sichergestellt. Zu den Verdächtigen zählen auch Athleten des Leistungskaders in der Disziplin Steinheben. Ihnen wird der Handel mit illegalen Muskelaufbaupräparaten vorgeworfen. Die Fahnder der Soko "Vitalis" waren Mitte vergangenen Jahres auf die Beschuldigten in der Strongman-Szene aufmerksam geworden. Das Kräftemessen, das auch die Kategorie Fassweitwurf einschließt, war zunächst als TV-Spektakel in den USA konzipiert worden, hat sich aber als Sportart mit eigenen Wettkämpfen auch in Deutschland etabliert. Der Wunsch nach dicken Muskeln geht offenbar zu Lasten der wahren Manneskraft. Zwischen den Aufbaupräparaten fanden die Ermittler zudem eine größere Menge Potenzmittel.