Führende FDP-Politiker wollen Parteichef Philipp Rösler stürzen
Führende FDP-Politiker arbeiten auf einen Sturz von Parteichef Philipp Rösler hin. Rösler habe nicht das Format, die Liberalen in die bevorstehende Bundestagswahl zu führen, sagt ein Mitglied der Parteispitze. Daher müsse er noch in diesem Jahr als Vorsitzender abgelöst werden, selbst wenn die FDP bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen erfolgreich abschneiden sollte. Beim jüngsten ARD-Deutschlandtrend waren nur noch 16 Prozent der Befragten mit Röslers Arbeit zufrieden, es war der niedrigste für ihn je gemessene Wert. Zu denen, die Rösler stürzen wollen, zählen Minister, Landesvorsitzende und Präsidiumsmitglieder. Nach ihrem Willen soll Fraktionschef Rainer Brüderle den Parteivorsitz übernehmen. Die Führer des Aufstands gegen Rösler kommen aus der sogenannten Südschiene der FDP, zu der unter anderem Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zählen. Weil in diesem Jahr kein Parteitag mehr ansteht, haben die Rösler-Kritiker Szenarien für seinen Sturz entwickelt: Die Bundestagsfraktion, der Rösler nicht angehört, könnte auf einer Klausurtagung im Herbst den Druck auf den Parteichef so erhöhen, dass der aus dem Amt scheiden müsse. "Es ist keine einfache Operation, aber eine notwendige", sagt ein Mitglied der Fraktionsführung. "Bei der nächsten Bundestagswahl geht es um die Existenz der FDP."