Inhaftierter Stradivari-Händler gesteht Betrug - DER SPIEGEL
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Inhaftierter Stradivari-Händler gesteht Betrug

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Der in Wien in Untersuchungshaft sitzende Stradivari-Händler Dietmar Machold, 62, hat gestanden, bei Geschäften mit jahrhundertealten Geigen betrogen zu haben. Der aus Bremen stammende Jurist gab in Vernehmungen der Wiener Staatsanwaltschaft unter anderem zu, Banken getäuscht zu haben, um Millionenkredite abzusichern. So habe er gleichzeitig mehreren Banken "zu Sicherungszwecken Eigentum" an einzelnen Instrumenten eingeräumt, etwa an der zwei Millionen Euro teuren Stradivari-Geige "Ex-Rosé". Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Machold wegen des Verdachts der Untreue, des Konkursbetrugs und des schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Zu den Opfern zählt offenbar die Bremer Sparkasse. Einen Millionenkredit der Sparkasse hatte Machold mit zwei angeblichen Stradivaris abgesichert, die sich als fast wertlose Instrumente erwiesen. Zudem steht Machold im Verdacht, Verkaufserlöse von Geigen, die er in Kommission genommen hatte, nicht an die Eigentümer weitergegeben zu haben. Rund 200 Streichinstrumente seiner Kunden gelten als verschwunden. Macholds Firmengeflecht Kadenza GmbH mit Hauptsitz in Wien war Ende 2010 zusammengebrochen. Banken, Kunden und Mitarbeiter meldeten im Insolvenzverfahren vor dem Wiener Handelsgericht Forderungen von rund 100 Millionen Euro an. Der Strafprozess wird voraussichtlich im Sommer beginnen. Machold war der erfolgreichste Stradivari-Händler der Welt; er trat auch als Sachverständiger vor Gericht auf.