Kirch-Fernsehkonzern denkt an eigene Media-Agentur
Der neue Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 Media AG denkt mittelfristig an die Gründung einer eigenen Media-Agentur. Das schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. In einem ersten Schritt soll die komplette Abwicklung von Werbeaufträgen für die eigenen Programme - Etathöhe: über 100 Millionen Mark - selbst übernommen werden. Mittelfristig sollen diese Dienste auch Dritten angeboten werden.
Die eigenen TV-Spot-Plätze will das Kirch-Unternehmen gegenüber der Werbeindustrie nach einem neuen System vermarkten. Dabei sollen für bestimmte Zielgruppen Spots auf Pro Sieben, Sat 1, N24 und Kabel 1 gebündelt verkauft werden. Es sei "ein großer Wettbewerbsvorteil, dass wir vier Sender kontrollieren können", sagte der Vorstand-schef Urs Rohner dem SPIEGEL. Sein Motto an die Mitarbeiter sei: "Die Nummer eins sein und bleiben."
Für die Nachrichtensendungen sollen bei dem nach Berlin umziehenden Unternehmen N24 Zentralredaktionen für die ganze Fernsehfamilie errichtet werden. Sie arbeiten dann für die Redaktionseinheiten der einzelnen Sender. Die Mitarbeiter der Sat-1-Regionalstudios werden künftig Korrespondenten des N24-Systems. Dem Eindruck, damit könnten Nachrichten vereinheitlicht werden, widerspricht Rohner: Das seien nur "organisatorische Fragen, die journalistische Freiheit der Sender bleibt davon unberührt."
Der scheidende Sat-1-Chef Fred Kogel äußerte sich gegenüber dem SPIEGEL, er strebe künftig "eine unternehmerische Position in einem Konzern" an, aber auch ein bisschen Urlaub könne er sich vorstellen: "Ich bin 15 Jahre wie ein Rennpferd gelaufen."