Der Iran will "in die Zukunft schauen", sagt Außenminister Charrasi
Mit dem Staatsbesuch von Präsident Mohammed Chatami in Deutschland verbindet die iranische Regierung nicht nur die Hoffnung auf einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen Teheran und Berlin. Der "Fall Mykonos", bei dem das Kammergericht Berlin die iranische Führung des Staatsterrorismus bezichtigt hatte, sei abgeschlossen. Nun wolle man "in die Zukunft schauen", sagte der iranische Außenminister Kamal Charrasi in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
Auch zu einer Aussöhnung mit den USA scheint Teheran bereit. "Jetzt liegt es an Amerika, den ersten Schritt zu tun", so Charrasi, "von unserer Seite ist der Weg für amerikanische Unternehmen offen". Auch deutschen Konzernen preist sich der Gottesstaat an. Iran biete billige Arbeitskräfte, niedrige Energiekosten" und einen vielversprechenden "Absatzmarkt". Die Verfahren gegen deutsche Unternehmen, die dem Erzfeind Irak bei der Giftgasproduktion geholfen hätten, würden allerdings unbeirrt weitergeführt werden und könnten mit hohen Strafen enden. Charrasi: "Diese Verbrechen werden wir streng verfolgen."