"Leclerc" statt "Leo" für die Türkei?
Im Wettbewerb um die Lieferung von 1000 Kampfpanzern an die Türkei haben derzeit die Franzosen die besten Karten. Ankara wollte ursprünglich am Freitag dieser Woche den Sieger der sechsmonatigen Panzertests bekannt geben. Wegen politischer und technischer Schwierigkeiten mit den zunächst aussichtsreichsten Kandidaten, dem von der Münchener Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann hergestellten "Leopard 2" und dem amerikanischen "M1 Abrams", wurde die Entscheidung jedoch auf "unbestimmte Zeit" verschoben. Das schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe.
Ein Grund der Verzögerung: Ende August soll der türkische Heereschef Atilla Ates, einst Militärattaché in Bonn und ein Fürsprecher des Leopard, abgelöst werden. Der Generalstab, so heißt es, möchte mit dem "diplomatisch heiklen" Milliardendeal lieber auf Ates Nachfolger warten. Da es mit dem amerikanischen Modell technische Probleme gibt, könnte der französische Kampfpanzer "Leclerc" das Rennen machen.
Bei einem Besuch in Paris hatte sich der türkische Generalstabschef Hüseyin Kivrikoglu Anfang Januar den Leclerc vorführen lassen. Kivrikoglu soll sehr beeindruckt gewesen sein ein Spielzeugmodell des Franzosen ziert seitdem den Empfangssaal des türkischen Generalstabs. Aber auch bei einem türkisch-französischen Geschäft wäre die deutsche Rüstungsindustrie vertreten: Der Leclerc wird von einem deutschen Dieselmotor angetrieben.