Auch Boehringer-Spende wurde von der CDU gestückelt - DER SPIEGEL
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Auch Boehringer-Spende wurde von der CDU gestückelt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die CDU hat unter ihrem Parteichef Helmut Kohl häufiger als bislang bekannt Großspenden aus der Industrie in kleinere Beträge stückeln lassen, damit diese nicht im Rechenschaftsbericht der Partei veröffentlicht werden mussten. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, stieß die Bonner Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen gegen den Altkanzler wegen des Verdachts der Untreue auf eine nachträglich aufgeteilte 25.000-Mark-Spende der Mannheimer Pharmagruppe Boehringer. Am 14. Januar 1993 hatte die Muttergesellschaft Boehringer Mannheim der CDU eine Spende von 25.000 Mark zukommen lassen und dafür sechs Wochen später die Bescheinigung erhalten.

Die Spende hätte, da über 20.000 Mark, veröffentlicht werden müssen. Am 16. März 1993 jedoch schickte der Konzern die Quittung zurück und ließ sich einen Teilbetrag von 10.000 Mark aus der Spende zurücküberweisen. Gleichzeitig teilte das Unternehmen der CDU-Schatzmeisterei schriftlich mit, es werde über eine "Tochtergesellschaft eine Spende in gleicher Höhe veranlassen". Die neue Spendenbescheinigung an die Konzernmutter wurde daraufhin rückdatiert und lautete - ganz korrekt - auf nur mehr 15.000 Mark. Weil die Spende damit unter der Veröffentlichungsgrenze lag, taucht Boehringer im Rechenschaftsbericht 1993 nicht als Sponsor auf. Auch mit Großspenden des Quelle-Konzerns und des Versand-Multis Otto war die CDU bereits nach dem gleichen Muster verfahren.