Eichel attackiert Stoiber und zeigt Sympathien für die FDP
Bundesfinanzminister Hans Eichel hat in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL deutliche Sympathien für die FDP geäußert: Bei der Steuerreform habe man, so Eichel, "auch über die Frage entschieden: Gibt es mehr Arbeitsplätze in Deutschland? Und da denken wichtige Leute in der FDP eben vernünftiger als bei der CDU."
Die Vorwürfe der Union, er habe hinter den Kulissen einen unseriösen Kuhhandel mit den Ländern betrieben, seien jedenfalls "ziemlich unverschämt", sagte Eichel: "Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass dieser Vorwurf auf uns gemünzt ist. In den Ländern waren schließlich auch eine ganze Menge Unionsleute an der Verabschiedung der Steuerreform beteiligt."
Scharf griff Eichel den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber an: "Wer hat sich denn im Vermittlungsverfahren bewegt? Die Regierung. Und wer hat in fünf Sitzungen nicht einen einzigen Vorschlag gemacht? Die Union. Wenn das so ist, wie es war, darf sich Herr Stoiber auch nicht wundern, dass die Sache am Ende an ihm vorbeiläuft."