Geregelte Heroinabgabe an 700 Süchtige
Die Firma Macfarlan Smith Ltd. soll das Opium für einen Großversuch in Deutschland liefern, bei dem im nächsten Jahr in sieben Städten Heroin an Schwerstsüchtige abgegeben werden soll. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, ist Macfarlan Smith mit Sitz im schottischen Edinburgh der größte europäische Importeur von Opium für medizinische Zwecke.
Das Opium soll in der Schweiz, wo bereits seit 1994 Heroin an Süchtige abgegeben wird, zu "Heroin in pharmazeutischer Standardqualität" verarbeitet werden. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte entsprechende Verhandlungen mit dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit in Bern. Die Herstellungskosten betragen etwa 100 Mark für die Zehn-Gramm-Flasche reinen Heroins, mit der ein Süchtiger 25 Tage versorgt werden kann. Um die Durchführung der klinischen Studie haben sich zwei Expertengruppen der Universitätskliniken Essen und Hamburg beworben; 700 Abhängige in Hamburg, Hannover, Essen, Köln, Frankfurt, Karlsruhe und München sollen an dem Großversuch teilnehmen.
Mitte September will eine Bund-Länder-Kommission entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Anschließend müssen noch die Ethik-Kommission und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dem auf drei Jahre angelegten Versuch zustimmen.