Regierung erwägt verlängerte Ladenschluss-Zeiten
Die Bundesregierung will die Ladenschluss-Regelungen weiter lockern. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL haben sich Wirtschafts- und Arbeitsministerium intern auf zwei mögliche Varianten verständigt: Das weitreichendere Modell sieht vor, die Öffnungszeiten an Werktagen um zwei Stunden bis 22 Uhr zu verlängern, samstags sollen die Geschäfte dann generell bis 18 Uhr verkaufen dürfen. Die kleinere Variante, die so genannte "Expo-Lösung", sieht laut SPIEGEL Öffnungszeiten vor, wie sie jetzt probeweise bei der Weltausstellung in Hannover gelten: In Niedersachsen dürfen die Läden wochentags bis 21 Uhr offen bleiben, samstags bis 20 Uhr. Am bisherigen Verkaufsverbot für Sonntage will die Koalition auf keinen Fall rütteln.
Entschieden werden soll erst im September, um ein Sommertheater um das Thema Ladenschluss zu vermeiden. Die beiden Varianten wurden in geheimen Gesprächen ausgearbeitet, an denen vor allem die Staatssekretäre beider Häuser beteiligt waren. Angst haben die Strategen der Koalition insbesondere vor Protesten aus dem Gewerkschaftslager. Angesichts des Streits, den die Regierung mit den Arbeitnehmerorganisationen schon über die Rentenreform austrägt, vereinbarten die Koalitionäre deshalb vorsorglich Stillschweigen.