Die Pläne des neuen Karstadt-Chefs - DER SPIEGEL
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Die Pläne des neuen Karstadt-Chefs

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem spektakulären Wachwechsel bei KarstadtQuelle will der designierte Vorstandschef Wolfgang Urban den Handelsriesen schnell neu ausrichten und auf Profitabilität trimmen. So soll eine starke Zentralisierung des Einkaufs Kosten sparen. Viel Wachstumspotenzial verspricht er sich vom Internet-Handel, wo die neue Tochter Karstadt New Media mit einem großen Online-Shop ("karstadt.de") den gescheiterten Vorgänger "My World" ersetzt. Auch plant Urban einen eigenen digitalen TV-Sender für Karstadt-Produkte. Er habe "eine starke Marke vorgefunden, die noch Anlass zu viel unternehmerischer Phantasie bietet", sagt Urban dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Intern kalkuliert der frühere Metro-Vorstand offenbar auch eine Zerschlagung seines alten Arbeitgebers durch den US-Riesen Wal-Mart durch: In diesem Falle will er trotz kartellrechtlicher Probleme die Kaufhof-Warenhäuser erwerben. Zudem möchte der künftige Karstadt-Chef mittelfristig beim Reisekonzern C&N, einer 50-Prozent-Beteili-gung, durchgreifen, in deren Aufsichtsrat er einzieht. C&N müsse international schneller wachsen, sagte er intern.

Seinem Vorgänger Walter Deuss, der vorzeitig gehen muss, droht noch eine weitere Niederlage. Nicht mal ein Sitz im Aufsichtsrat ist ihm jetzt noch gewiss, es gibt darüber nur eine unverbindliche mündliche Erklärung. Deuss wird für schwache Bilanzzahlen und den Kurssturz der Aktie verantwortlich gemacht, deren Verbleib im Deutschen Aktienindex (Dax) gefährdet ist. Am 8. August entscheidet ein Arbeitskreis der Deutschen Börse über die Zusammensetzung des Dax. Bis dahin will - und muss - der neue Chef Urban den Kurs geliftet haben. (DER SPIEGEL 30/00, Trends)