Ex-Treuhand-Chef Schucht rechnet mit Konzernmanagern und Politikern ab - DER SPIEGEL
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Ex-Treuhand-Chef Schucht rechnet mit Konzernmanagern und Politikern ab

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Eine Abrechnung mit den westdeutschen Konzernen und Politikern liefert der ehemalige Treuhand-Vorstand Klaus Schucht in seinen geheimen Tagebüchern, die das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe in Auszügen veröffentlicht. In ungewöhnlich scharfer Form kritisiert Schucht darin das Verhalten der bundesdeutschen Manager: "Fast alle westdeutschen Interessenten kommen mit den anmaßendsten und teilweise dreistesten Forderungen. Niemand geniert sich, und keiner hat Bedenken, die Staatskasse in dieser skrupellosen Form auszuplündern."

Energiekonzernen wie RWE und PreussenElektra wirft Schucht "eine unglaubliche Erpressung" vor. Die damaligen Verhandlungen mit den Strombossen liefen für den Treuhand-Manager "makaber". Bei der Privatisierung der ostdeutschen Kalibergwerke unter anderem in Bischofferode kritisiert Schucht vor allem die Politik: "Diese Hektik in Bischofferode hat unerträgliche ordnungspolitische Dimensionen. Hier kämpft die CDU mit Vorstellungen um den Erhalt von Arbeitsplätzen, die jenseits alles Tragbaren sind." Insbesondere Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel, der sich damals mit den streikenden Bergarbeitern solidarisierte, stößt bei Schucht auf Unverständnis: "Vogel scheint ein absoluter Dickkopf zu sein." (DER SPIEGEL 30/00, Seite 102)