Batliner-Kunden im Visier der Steuerfahndung
Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bochum gegen den Liechtensteiner Stiftungs-Treuhänder und Kohl-Freund Herbert Batliner wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung geraten laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL auch hunderte von wohlhabenden Batliner-Kunden ins Visier der Fahnder. Viele von ihnen haben Liechtensteiner Stiftungen genutzt, so der Verdacht, um in Deutschland aber auch im Ausland Steuern zu hinterziehen. Milliardensummen sollen so vor dem Fiskus versteckt worden sein. Bei ersten Hausdurchsuchungen wurde bereits ein Verdächtiger in Düsseldorf verhaftet.
Schärfste Waffe der Bochumer Fahnder ist eine CD-Rom mit Interna, Namen und Daten aus Batliners Büro, die der Behörde jetzt anonym zugespielt wurde. Die Dateien würden ausgedruckt mehr als 150 000 Seiten Din A 4 füllen. Der SPIEGEL veröffentlichte Teile dieser Daten bereits vor knapp drei Jahren in einer Titelgeschichte über das Steuerhinterzieher-Paradies Liechtenstein. Bochumer und Düsseldorfer Steuerfahnder werten die Unterlagen zentral für die Bundesrepublik aus, um dann einzelne Erkenntnisse an die jeweils zuständigen Kollegen in anderen Bundesländern und im Ausland weiterzugeben. Batliner klagte gegen den Bundesnachrichtendienst, der ihn als Geldwäscher für "Drogenbosse und Diktatoren" bezeichnet hatte und scheiterte in der ersten Instanz. Zu den jetzigen Ermittlungen wollte seine Kanzlei keinen Kommentar geben. (DER SPIEGEL 30/00, Panorama Deutschland)