Personalärger bei DaimlerChrysler - DER SPIEGEL
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Personalärger bei DaimlerChrysler

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Erneut gerät der DaimlerChrysler-Finanzchef Manfred Gentz unter Druck. Anlass ist laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL der Abgang von Thomas Capo, der als Bereichsvorstand weltweit für die Beschaffung und Anlage von Kapital zuständig war. Gentz erklärte Mitarbeitern, Capo gehe, weil er sich in Deutschland nicht wohl fühle und nicht mehr so viel über den Atlantik fliegen wolle. Der an der Wall Street hoch geachtete Amerikaner dagegen gab als Grund für seine Kündigung an, dass er nicht mehr mit seinem Vorgesetzten Gentz zusammenarbeiten wolle.

Konzernchef Jürgen Schrempp ist mehr als verärgert über das Ausscheiden des US-Finanzexperten. Für Chrysler-Manager ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Deutschen die Macht übernommen haben, zumal Capos Nachfolger der Deutsche Michael Mühlbayer wird. Nun könnte es noch schwerer werden, US-Anleger für die DaimlerChrysler-Aktie zu begeistern.

Finanzchef Gentz wurde auf der Sitzung der wichtigsten Anteilseigner ("Shareholder Commitee") von US-Vertretern bereits vorgeworfen, er schaffe es nicht, die guten Zahlen richtig zu präsentieren. DaimlerChrysler hat im ersten Halbjahr eine Rendite (gemessen am Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 6,2 Prozent erreicht, Ford lag bei 6,0 und General Motors bei 5,7 Prozent. (DER SPIEGEL 31/00, Trends)