Streit in der CDU über Homo-Ehe
In der Union bahnt sich ein Konflikt über den Umgang mit der so genannten Homo-Ehe an. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, will Parteichefin Angela Merkel offenbar eine Wiederauflage der Anti-Doppelpass-Kampagne und fordert in einem Schreiben an die Kreisverbände, "auf jeder Ebene der Partei", "im Gespräch, bei Veranstaltungen und Straßenaktionen" mit Hilfe von Argumentationskarten ("Toleranz ja, ,Ehe' nein") gegen den rot-grünen Gesetzentwurf zu homosexuellen Lebenspartnerschaften mobil zu machen.
Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ist das Thema jedoch "für eine Kampagne völlig ungeeignet". Er warne davor zu glauben, "man könne sich Themen für Kampagnen backen", so Koch, der mit dem Feldzug gegen die doppelte Staatsbürgerschaft Anfang 1999 die Landtagswahl in Hessen gewonnen hatte. Den Doppelpass hätten, so behauptet Koch, 80 Prozent der Bürger und auch 70 Prozent der rot-grünen Wähler abgelehnt und zugleich für ein zentrales politisches Problem gehalten. Dies sei bei der Homo-Ehe nicht der Fall: "Ich glaube nicht, dass die Ordnung der Rechtsverhältnisse Homosexueller in Deutschland von vielen für essenziell gehalten wird." Eine Unterschriftenaktion zu dem Thema, wie sie in der CSU erwogen wurde, könne er sich "nicht vorstellen", so Koch.