Draskovic schließt Kandidatur gegen Milosevic nicht aus - DER SPIEGEL
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Draskovic schließt Kandidatur gegen Milosevic nicht aus

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Der Führer der größten Oppositionspartei Serbiens, Vuk Draskovic, schließt eine Kandidatur gegen Jugoslawiens Präsident Slobodan Milosevic bei den Wahlen am 24. September nicht mehr aus. Er könne sich vorstellen, die Herausforderung zu wagen, sagte Draskovic in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Doch wenn wir an den Präsidentenwahlen teilnehmen, fordern wir, dass unsere Partei auch den gemeinsamen Oppositionskandidaten vorschlägt", erklärte der Oppositionspolitiker, der bislang zum Boykott der Präsidentenwahl aufgerufen hatte.

Die Wahlen zum Bundesparlament will der Führer der Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO) jedoch weiterhin boykottieren, da ein Wahlbetrug von Seiten des Belgrader Regimes bereits ausgemacht sei. Die einzigen zugelassenen Wahlbeobachter aus Libyen, Irak und Nordkorea seien Milosevic "freundschaftlich gesinnt".

Hart geht Draskovic im SPIEGEL-Interview mit den übrigen serbischen Oppositionsparteien ins Gericht: "Leider kämpfen einige Politiker nur um ihre Führungsrolle innerhalb der Opposition und suchen ihren Erzrivalen nicht im Regime, sondern in der SPO."

Optimistisch zeigte sich der Oppositionspolitiker trotz allem über die Zukunft Serbiens. Draskovic: "Warten wir noch einige Monate. Jedes Unglück hat ein Ende - auch das in Serbien. In der Geschichte wurden große Veränderungen oft durch unerwartete Ereignisse eingeleitet." (DER SPIEGEL 32/00, Seite 136)