Deutsche befürworten Dosenpfand
Mehr als zwei Drittel der Deutschen befürworten ein Pfand von 50 Pfennig auf Getränkedosen, um den seit Jahren wachsenden Anteil von Dosenbier am Getränkemarkt einzudämmen. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Blattes sprachen sich 69 Prozent der Befragten für die Pfandpflicht aus. Das Pfand muss nach derzeitiger Gesetzeslage ab Sommer 2001 erhoben werden, weil der in der geltenden Verpackungsverordnung vorgeschriebene Anteil ökologisch vorteilhafter Mehrwegverpackungen von 72 Prozent am Getränkevertrieb seit zwei Jahren nicht mehr erreicht wird.
Bundesumweltminister Trittin hat dem Bericht zufolge jedoch noch nicht endgültig entschieden, ob das vor allem von Großbrauereien und Großhandel bekämpfte "Zwangspfand" wirklich eingeführt werden soll. Im Umweltministerium werden derzeit zwei Alternativen erwogen. Entweder gilt die Pfandpflicht ab Sommer 2001 für alle ökologisch schädlichen Einwegverpackungen. Oder die Entscheidung wird noch ein-mal vertagt. Diese Möglichkeit ergibt sich aus einer neuen Studie des Umweltbundesamts, in der Einweg-Pappkartons entgegen früheren Erkenntnissen nicht schlechter abschneiden als die üblichen Glas-Pfandflaschen. Die Pappbehälter könnten somit dem Mehrweganteil zugeschlagen werden. Die 72-Prozent-Quote wäre damit vorerst wieder erfüllt. (DER SPIEGEL 32/00, Seite 50