SPIEGEL Mehr Geld für Ökostrom
Umweltfreundlich erzeugter Strom aus Sonnen-, Wind- oder Wasserkraftanlagen kann stärker gefördert werden als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ein noch nicht veröffentlichtes Gutachten des renommierten Clausthaler Energierechtlers Gunther Kühne für den Solarenergie-Förderverein (SFV) aus Aachen. Das Gutachten bezieht sich auf eine zweideutige Formulierung im "Erneuerbare-Energie-Gesetz" (EEG). Darin sind Mindestvergütungssätze für die Einspeisung von Ökostrom im Netz festgelegt - etwa für Solarstrom 99 Pfennig pro Kilowattstunde. Die Sätze können, so Kühne, allerdings überschritten werden, wenn ein wirtschaftlicher Betrieb des Ökokraftwerks anders nicht gewährleistet werden kann. In begründeten Fällen könnten beispielsweise umweltorientierte Stadtwerke privaten Anbietern von Solarstrom einen höheren Preis für den eingespeisten Strom bezahlen und die Zusatzkosten weitergeben. Laut Kühne müssen dann die überregionalen Netzbetreiber wie RWE oder E.on diese Kosten in voller Höhe übernehmen, um sie dann per Umlage auf alle Stromkunden zu verteilen. Damit, frohlockt SFV-Geschäftsführer Wolf von Fabeck, gebe es eine "realistische Chance" für eine kostendeckende Vergütung von Solarstrom, der noch bis 1,76 Mark pro Kilowattstunde koste.