Wo blieb das Geld aus schwarzen CDU-Kassen? - DER SPIEGEL
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Wo blieb das Geld aus schwarzen CDU-Kassen?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aus den schwarzen Kassen der CDU sind bis Mitte der neunziger Jahre mehr als 1,1 Millionen Mark entnommen worden, deren Verbleib bis heute ungeklärt ist. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, verschwand der größte Teil nach Feststellungen der Bonner Staatsanwaltschaft etwa im Zeitraum von der Wende in der DDR bis zur deutschen Einheit. Allein zwischen 7. März 1989 und 5. Oktober 1990, zwei Tage nach der Wiedervereinigung, seien bei der Hauck-Bank in Frankfurt 980.000 Mark in bar von zwei Treuhandkonten abgehoben worden, die der Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch für den damaligen CDU-Chef Helmut Kohl führte. Laut Staatsanwaltschaft konnte die "Verwendung nicht geklärt werden".

Am 26. Februar 1993 wurden bei der Hauck-Bank 100.000 Mark abgehoben. Diese seien offenbar von Weyrauch an den Kohl-Vertrauten Hans Terlinden, damals Verwaltungschef der CDU-Parteizentrale, weitergegeben worden. Was dieser damit gemacht habe, sei ungeklärt. Auch bei weiteren 30000 Mark, die Weyrauch im September 1995 abge-hoben und "vermutlich an Terlinden weitergegeben" habe, sei "nicht feststellbar, ob diese Gelder für Zwecke der CDU verwendet wurden". Kohl betrachtet das Ermittlungsergebnis als Beleg dafür, dass "ich mich mit keiner einzigen Mark persönlich be-reichert habe". Aus Sicht von Terlindens Anwalt ist bislang "überhaupt nicht geklärt, ob mein Mandant das Geld, wie von der Staatsanwaltschaft vermutet, tatsächlich von Weyrauch bekommen hat".

Derweil zeichnen sich bei der Union erneut Probleme mit der ordnungsgemäßen Erstellung ihres Rechenschaftsberichts ab. Der neue Schatzmeister Ulrich Cartellieri ist nach einem Absturz beim Bergsteigen in der Reha. Ex-Büroleiter Jürgen Schornack und die rechte Hand des Cartellieri-Vorgängers Matthias Wissmann, Veit Steinle, sind ausgeschieden. Bislang haben weder der Finanzbeauftragte noch die Haushaltskommission der Union ihre Arbeit aufgenommen. Bis zum 30. September muss aber der Rechenschaftsbericht für 1999 vorliegen, damit die Bundestagsverwaltung die Parteienförderung festsetzen kann. CDU-Bundesgeschäftsführer Willi Hausmann hofft aufs Kleingedruckte: "Das Gesetz gibt uns die Möglichkeit, eine Verlängerung der Frist zu beantragen." (DER SPIEGEL 34/00, Panorama Deutschland)