Fernseharzt in Abrechnungsskandal verwickelt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fernseharzt in Abrechnungsskandal verwickelt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Fernseharzt Günter Gerhardt, Moderator der wegen großer Nähe zu Pharma-Firmen umstrittenen ZDF-Ratgeber-Sendung "Gesundheit", ist nach Informationen der Mainzer Staatsanwaltschaft möglicherweise in einen Abrechnungsskandal verwickelt. Er soll, so der Verdacht, als Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinhessen versucht haben, die Ermittlungen gegen seinen am Donnerstag vergangener Woche wegen Fluchtgefahr verhafteten KV-Vorstandskollegen Werner Braunbeck zu bremsen, indem er Unterlagen zunächst zurückhielt. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe.

Ende Juli hatte deshalb die Staatsanwaltschaft die Büros der KV durchsucht. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Klaus Puderbach fanden die Ermittler Material, das Braunbeck belaste. So soll sich der Allgemeinmediziner in den vergangenen fünf Jahren mit falschen Abrechnungen 1,2 Millionen Mark erschwindelt haben. Als Indiz gegen Gerhardt liegt der Staatsanwaltschaft darüber hinaus die schriftliche Erklärung einer Arzttochter vor. Danach soll sich Gerhardts Sohn Sebastian vor einem Freund damit gebrüstet haben, sein Vater habe vor einem früheren Besuch der Staatsanwälte "alles beiseite geschafft". Gerhardt bestreitet den Vorwurf. (DER SPIEGEL 34/00, Panorama Deutschland)