DER SPIEGEL: Weyrauch belastet Koch-Vertrauten - DER SPIEGEL
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DER SPIEGEL Weyrauch belastet Koch-Vertrauten

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Der einstige CDU-Wirtschaftsberater Horst Weyrauch hat in der hessischen CDU-Spendenaffäre den langjährigen CDU-Landesgeschäftsführer und Vertrauten des Ministerpräsidenten Roland Koch, Siegbert Seitz, schwer belastet. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, hat Weyrauch in zwei Vernehmungen ausgesagt, dass Seitz von verborgenen Geldquellen gewusst habe. Der Landesgeschäftsführer habe 1998 auch mit dafür gesorgt, dass Koch einen Brief an den damals ausgeschiedenen CDU-Schatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein geschrieben habe, den Weyrauch als dessen Legitimation für einen weiteren Zugriff auf die Schweizer Konten verstand. Weyrauch habe auf eine solche Bevollmächtigung bestanden, um weiter Anweisungen von Prinz Wittgenstein entgegennehmen zu dürfen.

Wie das Blatt weiter berichtet, hat Koch in einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mittlerweile bestritten, dass sein Brief diesem Zweck gedient habe. Weyrauch habe zudem angegeben, die jeweiligen "Generalsekretäre oder Landesgeschäftsführer" hätten "erahnen" können, dass es eine verborgene Geldquelle gab.

Zum Fall des früheren Finanzreferenten Reischmann habe Weyrauch gesagt, dass dem ehemaligen Mitarbeiter ein "Startkapital" von mindestens 100.000 Mark belassen worden sei. Die CDU hatte das bisher bestritten.

Außerdem schreibt das Blatt, der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI) habe 1998 und 1999 insgesamt 450.000 Mark gespendet, um Roland Koch zu unterstützen. Der vom HDI mit der Spendenabwicklung betraute ehemalige Bankier Paul Wieandt habe ausgesagt, er habe die CDU wissen lassen, dass man aber nicht direkt an die Partei spenden wolle. Daraufhin sei ihm als Empfänger die Hessische Akademie für politische Bildung genannt worden. Gegenüber dem SPIEGEL bestätigte der HDI die Zahlungen. Man habe etwas "für Herrn Koch tun", aber nicht "unfokussiert" in die Parteikasse einzahlen wollen.

Bei der Durchsuchung der CDU-Landesgeschäftsstelle Anfang dieses Jahres, schreibt der SPIEGEL, hätten die Ermittler eine Spendenliste sichergestellt, auf der auch Wieandts Name gestanden habe. Dahinter sei der Vermerk "über Verband 300" eingefügt worden. Sowohl die CDU als auch die Akademie bestreiten aber, dass dieses Geld an die Union gegangen sei.