DER SPIEGEL Hat Schreiber mehrfach Geld verteilt?
Von einem Schweizer Bankkonto, das mit Geld des Thyssen-Konzerns gefüllt war, hat der frühere Thyssen-Lobbyist Karlheinz Schreiber im Wahljahr 1994 mehrfach 100000 Mark in bar abgehoben, um sie "zu verteilen". Dies meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Schreiber ist einmal vor und einmal nach dem von der CDU-Schatzmeisterin organisierten "Sponsorenessen" am 21. September nach Zürich gefahren, um Geld abzuholen: nicht nur am 4. Oktober, sondern auch am 22. Juni.
Damit erhalten Spekulationen neue Nahrung, dass zwei Schreiber-Spenden über 100000 Mark geflossen sind. Zugleich gerät Schreibers Darstellung ins Wanken, er könne Schäuble das Geld schon deshalb nicht am 22. September übergeben haben, weil er es um diese Zeit noch gar nicht hatte. Schreiber bestätigte dem SPIEGEL, dass er auch im Juni schon Bargeld abgehoben habe. Dies sei aber mit Sicherheit "nicht für Herrn Schäuble bestimmt" gewesen. Er blieb bei seiner Darstellung, dass er das Geld für den CDU-Politiker erst am 4. Oktober, also nach dem Sponsorenessen, abgehoben und später über Frau Baumeister übermittelt habe. Alles andere sei "totaler Quatsch".