DER SPIEGEL Opec will Preisschub bremsen
Eine Beruhigung des Öl-Marktes erhoffen die ölproduzierenden Länder von ihrer nächsten Versammlung am 10. September in Wien. Wie der Generalsekretär der Opec, der Nigerianer Rilwanu Lukman, in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte, sei auch seine Organisation nicht an überhöhten Preisen interessiert. Wenn der Preis auf dem jetzigen Niveau von gut 30 Dollar bleiben sollte, werde die Opec deshalb "etwas unternehmen".
Als "fair" bezeichnete der Opec-Generalsekretär einen Preis pro Barrel "von 25 Dollar oder leicht darüber". Lukman: "So lange wir noch Kapazitäten haben, werden wir zusätzliches Öl auf den Markt bringen und nicht zulassen, dass der Preis so hoch schnellt." Mitleid mit den Autofahrern zeigte der Opec-Generalsekretär nicht. "Die sollen ruhig an den Tankstellen weinen, aber nicht über die Opec", so Lukman, "sondern über ihre Regierung, die ihnen zu viel Mineralölsteuern abknöpft." Lukman: "Vom Erlös eines Liters Benzin bekommt die deutsche Regierung dreimal mehr als die Rohöllieferländer."