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DER SPIEGEL Dieter Baumann und die Stasi

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Olympiasieger Dieter Baumann hat bei der Staatsanwaltschaft Tübingen beantragt, die Ermittlungen wegen des angeblichen Zahnpasta-Anschlags auf ihn wieder aufzunehmen. Grundlage sind - nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL - Stasi-Dokumente, die über Gift in Zahnpastatuben berichten. Der 5000-Meter-Läufer war im Herbst 1999 bei einem Doping-Test aufgefallen. Er vermutete ein Attentat gegen sich und erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass Zahnpastatuben bei Baumann das Anabolikum Norandrostendion enthielten. Sie beendete das Verfahren jedoch im Mai, weil kein Tatverdächtiger zu ermitteln war.

Stasi-Unterlagen zum Fall des 1983 umgekommenen Profi-Fußballers Lutz Eigendorf legen nun eine Spur zum Fall Baumann. Die Stasi-Hauptabteilung XXII hatte in den achtziger Jahre mehrere Varianten der Giftbeimischung aufgelistet, darunter als "Kontaktmittel an bzw. in Körpersprays, Cremes, Parfüms". Handschriftlich war hinter der stark ätzenden Triflouressigsäure "Glasröhrchen im hinteren Teil der Z.-Tube!!" notiert. Für Baumanns Anwalt Michael Lehner ein Indiz dafür, dass in der DDR das Wissen für einen Anschlag per Zahnpastatube vorhanden war. Gestützt werde diese Vermutung durch IM-Akten einer Expertin für Zahnheilkunde, die am Geheimlabor FKS in Leipzig mit Hormonpräparaten wie Norandrostendion forschte.