Zu viele Honoratioren im Stiftungsvorstand
Wegen der Besetzung des Vorstands der Stiftung zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter gibt es nach einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL neuen Unmut. Auf Empfehlung von Otto Graf Lambsdorff nominierte die Bundesregierung Israels ehemaligen Botschafter in Deutschland, Avi Primor, und Brandenburgs Ex-Justizminister Hans-Otto Bräutigam. Für die Wirtschaft soll, Michael Jansen, Generalbevollmächtigter des Chemiekonzerns Degussa-Hüls, entsandt werden. Die Degussa-Tochter Degesch produzierte im Dritten Reich das Giftgas Zyklon B. Im internen Computernetz der Bundesregierung wird bereits die Zustimmung der USA verkündet. Mitglieder des Kuratoriums allerdings darunter Vertreter osteuropäischer Länder und Verfolgtenverbände kritisieren das reine Honoratiorengremium. Auch die Bundestagsberichterstatter für die Stiftung, darunter die Abgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU), Volker Beck (Die Grünen) und Dieter Wiefelspütz (SPD) haben schriftlich einen Arbeitsvorstand eingefordert. Sie votieren parteiübergreifend für den Grünen Entschädigungsexperten Günther Saathoff als Gremiumsmitglied. (DER SPIEGEL 38/00, Panorama Deutschland)