Erste Ergebnisse zur Hapag-Lloyd-Bruchlandung in Wien
Im Untersuchungsverfahren gegen zwei Hapag-Lloyd-Piloten, die am 12. Juli mit 143 Urlaubern an Bord in Wien eine Bruchlandung hinlegten, liegen jetzt Zwischenergebnisse vor. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe. Der 30 Jahre alte Co-Pilot erhielt am vergangenen Donnerstag vom Luftfahrt-Bundesamt die Lizenz zurück, die ihm nach dem Unglück entzogen worden war. Die Ermittlungen der deutschen und österreichischen Flugunfallexperten konzentrieren sich nun auf den erfahrenen Hapag-Lloyd-Kapitän Wolfgang Arminger, der nach den bisherigen Ermittlungen die Hauptverantwortung für die Beinahe-Katastrophe trägt. Die Maschine war mit einem nur zu gut einem Drittel gefüllten Tank von Chania auf Kreta nach Hannover gestartet. Obwohl sich schon kurz nach dem Abheben herausstellte, dass sich das linke Fahrwerk nicht einfahren ließ, entschied Arminger, bis München weiterzufliegen. Die Vernehmungen der beiden Flugzeugführer ergaben, dass der Co-Pilot sich dafür ausgesprochen hatte, Budapest, Zagreb oder Graz anzusteuern, anstatt ein Risiko einzugehen. Er konnte sich jedoch gegenüber seinem altgedienten Kollegen im Cockpit nicht durchsetzen. Durch den erhöhten Luftwiderstand ging der Hapag-Lloyd-Maschine das Kerosin kurz vor Wien aus, so dass sie die letzten 20 Kilometer im Gleitflug zurücklegen musste. Die Flugunfallexperten wollen ihren zusammenfassenden Bericht spätestens am Jahresende vorlegen. (DER SPIEGEL 38/00, Panorama Deutschland)