Katholische Kirche will schnell entschädigen - DER SPIEGEL
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Katholische Kirche will schnell entschädigen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die katholische Kirche will der staatlichen Stiftung zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern zuvorkommen. Nachdem sie in der Vergangenheit wegen ihres verspäteten Eingeständnisses heftiger Kritik ausgesetzt war, sollen laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL schon im Oktober die ersten Entschädigungen an ihre ehemaligen Zwangsarbeiter ausgezahlt werden. Insgesamt stehen dafür fünf Millionen Mark zur Verfügung. Betroffene "erhalten in der Regel eine einmalige Leistung in Höhe von 5000 Mark", im Einzelfall auch mehr - so die Vergaberichtlinien, die auf der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda in dieser Woche beschlossen werden.

Die Gelder sollen ausschließlich über die katholischen Hilfswerke Caritas und Renovabis unmittelbar an die Betroffenen verteilt werden. Dabei will man, "möglichst unbürokratisch und großzügig vorgehen". Die katholischen Bischöfe schätzen die Zahl der noch Lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter auf 200 bis 300. Nach ihnen wird jetzt vor allem in Osteuropa gefahndet. Bei nach dem 15. Februar 1999 Verstorbenen erhalten Ehepartner oder Kinder die Entschädigung. Bislang hat erst ein Betroffener aus Kanada Ansprüche gemeldet. (DER SPIEGEL 39/00, Panorama Deutschland)