Zoff bei den Berliner Philharmonikern - DER SPIEGEL
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Zoff bei den Berliner Philharmonikern

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In der Berliner Philharmonie mehren sich die Zeichen einer neuen Zerreißprobe: Claudio Abbado, seit 1990 und noch bis 2002 Chefdirigent des deutschen Eliteorchesters, hat sich neuerdings auf den (bereits nächstes Jahr ausscheidenden) Philharmoniker-Intendanten Elmar Weingarten eingeschossen und macht diesem nach Beobachtungen von Musikern "das Leben zur Hölle". Die Motive für Abbados Störfeuer sind auch den Philharmonikern nicht ganz klar; jedenfalls soll sich der italienische Maestro "fast erpresserisch" weigern, noch länger unter Weingartens Ägide zu taktieren.

Abbado war in diesem Sommer plötzlich am Zwölffingerdarm operiert worden und hatte danach alle Verpflichtungen bei den Salzburger Festspielen und auch die ersten Saisonauftritte in Berlin gestrichen. Inzwischen liegt seine feste Zusage vor, die philharmonischen Konzerte Anfang Oktober planmäßig zu übernehmen. Im Orchester wird jetzt vermutet, dass der alternde und zunehmend abgeschlaffte Stabführer "durch die jüngsten Berliner Triumphe seines designierten Nachfolgers Simon Rattle traumatisiert" sei, früher als geplant Berlin den Rücken kehren möchte und dafür ein Zerwürfnis mit dem Intendanten als Vorwand nutzen könnte. Weingarten selbst wollte dem SPIEGEL gegenüber zu den Spekulationen "kein einziges Wort sagen". Und sagte dann doch: "In ein, zwei Wochen wissen wir mehr." (DER SPIEGEL 39/00, Szene)