EU-Erweiterung möglicherweise ohne Polen
Die Bundesregierung rückt nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL von ihrer bisherigen Position ab, Polen müsse unbedingt zur ersten Gruppe der neuen EU-Mitgliedstaaten gehören. Esten, Slowenen und Ungarn sind zuversichtlich, die hohen Anforderungen für eine Aufnahme in die Union bis spätestens 2002 erfüllen zu können: Sie wollen nicht noch Jahre auf die Beitrittsreife Polens warten. Die drei Kandidaten haben sich inzwischen ein Netz von Verbündeten geschaffen: Neben den skandinavischen EU-Ländern sind auch Belgien, Luxemburg, Irland, Österreich, Spanien, Portugal sowie Großbritannien für eine frühere Aufnahme der drei bis 2003 oder spätestens 2004. Griechenland knüpft seine Zustimmung an die Bedingung, dass dann auch das geteilte Zypern zur ersten Beitrittsgruppe gehört.
Hatte Kanzler Gerhard Schröder kürzlich noch darauf bestanden, der Beitritt Polens in der ersten Gruppe sei wünschenswert, so heißt es inzwischen im Auswärtigen Amt, die deutsche Regierung werde sich strikt an die EU-Beschlüsse von Luxemburg und Helsinki halten, wonach Beitrittskandidaten ausschließlich nach ihren Verdiensten um die Annäherung an die EU-Standards beurteilt würden. (DER SPIEGEL 41/00, Panorama Deutschland)