Die deutschen EU-Grünen schrumpfen weiter
Nach dem Wechsel des grünen Migrationspolitikers Ozan Ceyhun zur SPE-Fraktion im EU-Parlament will auch der grüne Entwicklungshilfeexperte Wolfgang Kreissl-Dörfler sein Mandat zu den Sozialdemokraten mitnehmen, meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Der "pragmatische Linke" Kreissl-Dörfler, seit 1983 bei den Grünen und seit 1994 im EU-Parlament, begründet seine Absicht mit einer "unerträglichen FDPisierung der Grünen". Seit die Partei mitregiere, fehlten "wesentliche Mosaiksteine grüner Politik". Eine Koordination zwischen der Bundes- und Europaebene finde so gut wie nicht statt, zudem träten die deutschen Grünen in Straßburg nur als "Eigenbrötler" in Erscheinung, moniert Kreissl-Dörfler. Er will in der kommenden Woche noch ein Gespräch mit der Bundesvorsitzenden Renate Künast führen. Nach Ceyhuns Weggang sind die deutschen EU-Grünen auf sechs Abgeordnete zusammengeschrumpft. In der vergangenen Legislaturperiode hatten sie zwölf Sitze. (DER SPIEGEL 43/00, Panorama Deutschland)