AfD will weiter zweiter Klasse reisen
Die Bundestagsverwaltung scheint die Parolen der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) genau zu verfolgen. In einem Brief an die sieben im Mai gewählten Europaabgeordneten der AfD erkundigt sich das Referat "Entschädigung von Abgeordneten", wie opulent die Neu-Parlamentarier denn künftig reisen wollten. Jeder deutsche EU-Abgeordnete "hat das Recht ... auf eine Jahresnetzkarte in der ersten Klasse bei der Deutschen Bahn AG", informiert der zuständige Oberamtsrat die AfD. Aber die Eurokritiker hätten ja vor der Wahl von allen Parlamentariern gefordert, nur noch zweiter Klasse zu reisen. "Eine verbindliche Erklärung von Ihnen, ob Sie auf Reisen in der ersten Klasse verzichten, liegt allerdings nicht vor", moniert die Bundestagsverwaltung. Für eine schnelle Rückmeldung wäre man dankbar.
Ein AfD-Sprecher bekräftigte, die Abgeordneten würden nur zweiter Klasse reisen. Parteichef Bernd Lucke persönlich habe ausgerechnet, dass man den Steuerzahlern durch Zweite-Klasse-Flüge und -Bahnreisen in einer Legislatur einen zweistelligen Millionenbetrag sparen könnte - wenn sämtliche Abgeordneten mitmachten.