Aids-Kranke bangen um Entschädigung
Menschen, die in den Achtzigerjahren durch verunreinigte Blutprodukte mit HIV infiziert wurden, bangen um ihre Entschädigung. Die Mittel der 1995 eingerichteten Stiftung "Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen" werden laut Prognos- Institut 2016 aufgebraucht sein; zusätzlich 190 bis 250 Millionen Euro seien erforderlich, um alle Betroffenen bis ans Lebensende zu unterstützen. Über 1500 Menschen wurden im Bluterskandal durch verunreinigte Präparate angesteckt, rund 550 leben noch. HIV-Infizierte bekommen knapp 770 Euro pro Monat, Aidskranke rund 1500 Euro. Bislang wurde die Stiftung von Bund, Ländern, den betroffenen Pharmaunternehmen und den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) finanziert. Die Pharmaindustrie und das DRK haben ihre Unterstützung zurückgefahren und würden dies gern weiter tun. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält die Arbeit der Stiftung jedoch für "unverzichtbar" und wirbt für "sowohl kurzfristige als auch langfristige Lösungen" durch alle Beteiligte. Der letzte Anspruchsberechtigte wird laut einer Prognose bis ins Jahr 2070 leben. CDU-Politiker Jens Spahn, Vorsitzender des Stiftungsrats, fordert alle Parteien nun "zügig an einen Tisch".