Betriebsrat kritisiert Mindestlohnpläne des Bauer Verlags
In einem offenen Brief an die Konzerngeschäftsführung übt der Konzernbetriebsrat der Hamburger Bauer Media Group scharfe Kritik an dem Verlag. Das Gremium wirft dem Unternehmen vor, den ab Januar geltenden gesetzlichen Mindestlohn umgehen zu wollen. Seit Monaten drängt Bauer Postal Network darauf, in den mehr als 300 selbstständigen Partnerbetrieben die erwachsenen Zusteller durch Jugendliche zu ersetzen (SPIEGEL 50/2014). Diese sind vom Mindestlohn aus genommen. Insgesamt tragen rund 37.000 Menschen zweimal die Woche die Produkte des Hauses aus. "Wir schämen uns", schreiben die Betriebsräte, dass der Bauer Verlag, "deren Eigentümerin zu den reichsten Menschen Deutschlands gehört, duldet oder auch veranlasst hat, dass Beschäftigte der untersten Einkommensgruppe ihre Arbeit verlieren, damit zu noch billigeren Bedingungen die Abo-Zustellung organisiert wird." Die Kündigung der Zusteller bedeute einen ernsthaften Imageschaden für das Verlagshaus. "Wir wissen von Abo- Kündigungen, weil sich die Maßnahme bereits herumgesprochen hat", schreibt der Betriebsrat.