China-Schrott blamiert Anlagenbauer MAN
Der MAN-Konzern hat Ärger wegen Kraftwerksmotoren, die ein chinesischer Lizenznehmer in den Karibikstaat Antigua verkauft hat. Im September 2011 ging die von Chinesen finanzierte und gebaute Anlage der staatlichen Energiefirma APUA ans Netz. Den Strom sollten sechs MAN-Diesel-Aggregate liefern. Doch bald gab es Streit um das neue Kraftwerk. Die Motoren liefen nicht sauber. Fotos von leckendem Öl und Rost an den Anlagen gelangten in die Öffentlichkeit. Es gab Hinweise, dass die Aggregate nicht neu, sondern gebraucht waren. Die oppositionelle Arbeiterpartei griff das Thema auf und warf der Regierung Unfähigkeit und Korruption vor. Um die Sache aufzuklären, wandte sie sich im vergangenen Jahr an die MAN-Spitze in München. Dort stellte sich heraus, dass die an geblichen MAN-Aggregate aus der Produktion eines chinesischen Lizenznehmers stammen. Ob der nun neue oder tatsächlich schon gebrauchte Maschinen an Antigua geliefert habe, lasse sich leider nicht feststellen. Die Chinesen bauten und verkauften die Motoren in eigener Regie, so die Antwort von MAN. In München will man nun "aus dem Fall Lehren ziehen" und denkt darüber nach, wie man sich künftig vor Imageschäden durch Lizenznehmer besser schützen kann.