Verkehrsministerium misst bei 30 Automodellen auffällige CO2-Werte
Das Bundesverkehrsministerium hat bei seinen Messungen im Rahmen der Untersuchungskommission Volkswagen bei 30 Automodellen auffällig hohe Kohlendioxidemissionen festgestellt. Die Behörde plant nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL deshalb weitere Tests bei allen auffälligen Wagen, die eine Typgenehmigung in Deutschland erhalten haben. Unter den Fahrzeugen soll sich auch ein Dieselmodell der Marke Opel Zafira befinden. Bei weiteren Messungen auf dem Prüfstand des TÜV Nord in Essen hat ein solches Modell statt der angegebenen 109 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer 127 Gramm pro Kilometer ausgestoßen. Das ergaben Untersuchungen eines Rechercheteams von SPIEGEL, dem ARD-Magazin "Monitor" und der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Demnach fallen die Emissionen des Fahrzeuges 16,5 Prozent höher aus, was gleichbedeutend mit einem ebenso höheren Spritverbrauch ist. Gerichte haben in vergleichbare Fällen schon bei 10 Prozent höherem Verbrauch die Rücknahme von Fahrzeugen angeordnet. Opel erklärte auf Anfrage, eigene Tests im Rahmen der Produktionskontrolle hätten keine Abweichungen beim CO2-Ausstoß ergeben. Bei höherem Verbrauch müsste der Staat auch höhere Kfz-Steuern berechnen. Autokonzerne müssten also nachzahlen, wenn ihnen falsche CO2-Emissionen nachgewiesen werden. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich die Summe allein für 2016 auf 2,2 Milliarden Euro", sagt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.