Commerzbank lenkt im Streit mit Exvorstand Sieber ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Commerzbank lenkt im Streit mit Exvorstand Sieber ein

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Commerzbank hat in ihrem Dauerstreit mit dem früheren Personalvorstand und Arbeitsdirektor Ulrich Sieber, 49, auf gegeben. Der Aufsichtsrat stimmte in dieser Woche einem Vergleich mit Sieber zu, die Einigung soll in den kommenden zwei Wochen unterschrieben werden. Der Manager erhält demnach seinen Vertrag, der noch bis Mai 2017 läuft, voll ausgezahlt. Die Commerzbank hatte Sieber Ende 2013 abberufen, nachdem dessen Vertrag erst im Jahr zuvor bis Mai 2017 verlängert worden war. Ein zuvor beschlossener Abbau von mehr als 5000 Stellen sei nur zu rechtfertigen, wenn auch an der Spitze gespart würde, hatte die Bank den Schritt begründet. Die Arbeitnehmervertreter hatten die Trennung von Sieber abgelehnt, Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller konnte den Schritt erst in der dritten Abstimmung mit seinem Doppelstimmrecht durchsetzen. Sieber und sein Anwalt Peter Rölz klagten gegen die Abberufung und bekamen in zwei Instanzen recht. Das Oberlandesgericht Frankfurt urteilte im Februar, die Bestellung eines Vorstandes könne nur wider rufen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliege, dies sei bei Sieber nicht der Fall. Die Commerzbank rief zunächst den Bundesgerichtshof an. Jetzt gab der Konzern jedoch nach, Chefkontrolleur Müller soll sich dafür die Zustimmung des Finanzministeriums eingeholt haben, das sich gegen eine Ausbezahlung gesperrt hatte. Der Bund ist mit 15,6 Prozent größter Aktionär der Bank. Nun dürfte Sieber noch 2,7 Millionen Euro Festgehalt erhalten, es sei denn, er findet vor Ablauf des Vertrags einen neuen Job. Darüber hinaus könnten noch Boni und andere Vergütungskomponenten fällig werden.