De Maizière rüffelt Verfassungsgericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

De Maizière rüffelt Verfassungsgericht

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu den Terrorgesetzen der Bundesregierung kritisiert. Es sei nicht Aufgabe des Gerichts, "ständig dem Gesetzgeber in Sachen Sicherheit in den Arm zu fallen", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Ich finde, dass ein nationaler Grundrechtsschutz, so wichtig er ist, auch im Angesicht der Internationalisierung von Gefahren betrachtet werden muss."

Der Kampf gegen den Terrorismus sei mit dem jüngsten Urteil des Verfassungsgerichts zum BKA-Gesetz nicht erleichtert worden. Das Gericht habe Bedenken geäußert, die er so nicht teile. So sei der Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden unerlässlich. "Alle Experten erkennen das an. Und wie real die Gefahr ist, haben nicht zuletzt die schrecklichen Anschläge von Paris, Istanbul und Brüssel gezeigt." Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch Teile eines Gesetzes gekippt, das die Befugnisse des Bundeskriminalamts wesentlich ausweitet.