Deutsche Bank hat Ärger mit Nigeria-Connection
Erneut hat sich die Deutsche Bank juristischen Ärger eingehandelt: In Madrid wurde jetzt ein Mitarbeiter des Konzerns verhaftet, weil er einer Betrügerbande geholfen haben soll, die gutgläubige Bürger um etliche Millionen Euro erleichtert hat. Die Gruppe um den Nigerianer Prince Emeka Nwanbu ging nach dem Muster der sogenannten nigerianischen Briefe vor. Den Opfern wurde per Post erklärt, Verwandte hätten ihnen ein großes Vermögen vererbt oder aus anderen Gründen überschrieben. Ehe das Geld überwiesen werden könne, müssten die Begünstigten jedoch verschiedene Gebühren und Steuern zahlen. Von den versprochenen Millionen sahen die Geschädigten nie etwas. In mindestens sechs Fällen lotsten die Betrüger ihre Opfer in die Niederlassung der Deutschen Bank in Madrid, um sich einen seriösen Anstrich zu geben. Dort forderte ein damaliger Mitarbeiter des Konzerns sie zu Vorabzahlungen auf. Die Geschäfte liefen nicht über Systeme der Deutschen Bank. Der Mann wurde bereits 2010 verhaftet, jetzt wird auch sein damaliger Vorgesetzter verdächtigt. Spanische Ermittler nahmen ihn vor drei Wochen fest, gegen Auflagen kam er frei. Spaniens Nationaler Gerichtshof hat die Deutsche Bank verpflichtet, 12,2 Millionen Euro für drohende Schadensersatzzahlungen zu hinterlegen. Ob die tatsächlich für das Fehlverhalten ihres früheren Mitarbeiters einstehen muss, wird vor Gericht geklärt. Ein Sprecher des Instituts sagte, es gebe "keinerlei Vorwürfe bezüglich eines Fehlverhaltens seitens der Bank". Sie kooperiere mit den Behörden.