Deutsche Universalbanken schädigen eigene Anleger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Universalbanken schädigen eigene Anleger

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Deutsche Universalbanken schieben schlechte Aktien aus dem eigenen Bestand offenbar häufig ihren Privatkunden unter. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Frankfurt School of Finance & Management und der Frankfurter Goethe-Universität. In akribischer Rechenarbeit haben sie Daten der Bundesbank ausgewertet, die die Bestände aller deutschen Geldinstitute erfassen, also sowohl von Häusern wie der Deutschen Bank als auch von Volksbanken und Sparkassen. Demnach landeten im Untersuchungszeitraum Ende 2005 bis 2009 erstaunlich viele miese Papiere aus dem Eigenhandel deutscher Banken mit eigenem Investmentbanking-Zweig in den Kundendepots. Kein Wunder, dass diese laut den Autoren "signifikant" schlechtere Renditen einfuhren als solche, die Kleinanleger bei Geldhäusern ohne Eigenhandel unterhielten. Die Banken konnten über diesen internen Verschiebebahnhof weitere negative Auswirkungen auf den Marktpreis vermeiden. Viele werben zwar damit, den riskanten Wert papierhandel auf eigene Rechnung eingestellt zu haben. "Ihre Bilanzen zeigen aber deutlich, dass sie noch heute große eigene Aktienbestände halten", sagt Studienautor Falko Fecht.