Deutschland will EU-Kampftruppen zu Beratern machen - DER SPIEGEL
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Deutschland will EU-Kampftruppen zu Beratern machen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit sieben Jahren verfügt die Europäische Union über zwei ständig einsatzbereite Kampftruppen. Diplomaten bezeichnen sie als "Flagg schiff" der EU-Sicherheitspolitik. Es gibt nur einen kleinen Haken: Sie sind noch nie eingesetzt worden. Das will Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) jetzt ändern. Doch weil für echte Kampfeinsätze der etwa 1500 Mann starken Truppen – in die Soldaten der Mitgliedsländer entsandt werden – der politische Wille fehlt, schlägt die Bundesregierung vor, eine der Einheiten zu einer Ausbildungs- und Beratungstruppe für ausländische Militärs umzubauen. Jüngste Erfahrungen in Konfliktregionen wie Somalia und Mali hätten gezeigt, dass es notwendig sei, eine solche Aufbauhilfe schnell bereitzustellen, "um den Kollaps von Staaten zu verhindern", heißt es in einem vertraulichen "Non-Paper", das die Bundesregierung vor einiger Zeit in Brüssel einreichte. Die Idee stößt jedoch bei den EU-Partnern auf Widerstand. Auf einer Sitzung der für Sicherheitsfragen zuständigen Botschafter führte der Vertreter Großbritanniens die Front gegen den deutschen Vorschlag an. Die meisten Mitgliedstaaten wollen den Kampfcharakter der Truppen bewahren, der Auswärtige Dienst der EU schlägt in einem Papier sogar vor, sie um "eine Marine- und/oder eine Luftwaffen-Komponente" zu ergänzen. Ob die Truppen damit öfter eingesetzt würden, ist fraglich.