Endlager: Kommissionsvize will Ausschluss von Gorleben - DER SPIEGEL
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Endlager-Kommissionsvize will Ausschluss von Gorleben

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Interview mit dem früheren Umwelt-Staatssekretär und Vorsitzenden der Naturfreunde Deutschlands Michael Müller (SPD), 65, auf den sich die Bundestagsfraktionen am vergangenen Freitag als zweiten Vorsitzenden der Kommission verständigt haben, die Kriterien für die Suche nach einem atomaren Endlager festlegen soll. Müller soll die Kommission zusammen mit Ursula Heinen-Esser (CDU) führen.

SPIEGEL: Was ist unabdingbar für einen Erfolg der Kommission?

Müller: Wir werden nicht umhinkommen, die erfolglose Geschichte der Atomenergie aufzuarbeiten. Denn klar ist, dass es ohne Zustimmung der Umweltverbände und Bürgerinitiativen keine Lösung geben wird.

SPIEGEL: Die Umweltverbände wollen den Salzstock Gorleben als möglichen Standort ausschließen. Sie auch?

Müller: Gorleben muss raus aus der Liste. Das gehört zu den vertrauensbildenden Maßnahmen, die wir den Umweltverbänden schuldig sind. Da muss die Politik in Vorleistung treten. Deshalb soll es zuerst zu einer Evaluierung kommen.

SPIEGEL: Das Gesetz geht von einer Arbeitsdauer bis Ende 2015 aus, gegebenenfalls mit halbjähriger Verlängerung. Reicht das?

Müller: Ich fürchte, dass es sehr schwer wird, bis Ende 2016 ein erstes Ergebnis vorzulegen. Die Kommission wird schnell klären müssen, ob sie grundsätzlich bereit ist, das Mandat zu verlängern. Das müsste dann der Bundestag entscheiden.