Exportboom von Kriegswaffen nach Saudi-Arabien - DER SPIEGEL
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Exportboom von Kriegswaffen nach Saudi-Arabien

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Die Bundesregierung erlaubt in großem Stil Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Allein im vergangenen Monat genehmigte das Haus von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Exportanträge in Höhe von 110 Millionen Euro - so viel wie seit vergangenen Sommer nicht mehr. Tatsächlich ausgeführt wurden seit Oktober 2014 sogar Waffen im Wert von 332 Millionen Euro. Darunter befinden sich neben Lenkflugkörpern und Ersatzteilen für Kampfflugzeuge auch "Teile für Geschützmunition, Haubitzenmunition, Mörsermunition", heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linkenfraktion. Genehmigt wurden auch "Teile für Gewehre". Dabei könnte es sich um Teile für das G36-Sturmgewehr handeln, für das es in Saudi-Arabien eine Lizenzfabrik gibt. Das Wirtschaftsministerium wollte sich zu dem Hersteller nicht äußern.

Gabriel hatte sich in der Vergangenheit besonders kritisch über diese Rüstungskooperation geäußert, die schon unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung beschlossen worden war. Die Ausfuhr von Gewehren und Munition gilt als besonders umstritten, weil sich damit Aufstände leicht niederschlagen lassen. Vor wenigen Wochen gab es Zeitungsberichte, wonach wegen der unklaren Menschenrechtslage derzeit keine Waffenexporte nach Saudi-Arabien genehmigt würden.