Fälschungsattacke bei Xing
Das mehrheitlich zum Burda-Verlag gehörende soziale Netzwerk Xing hat mit Fake-Profilen zu kämpfen. Seit August 2014 sei ein Fake-Cluster aktiv, heißt es in einem Vorstandspapier. Bei Xing geht man von knapp 20.000 gefälschten Profilen aus. Zunächst vermutete das Unternehmen eine Cyber-Attacke. Doch vor allem das Muster der Profile machte Experten des Portals stutzig: Es handelt sich um deutsche Namen, sie enthalten echte Berufe und existierende Städtenamen – wobei vor allem kleinere Städte über repräsentiert seien. Am auffälligsten ist, dass die Profile einfach nur existieren, ohne aktiv zu sein. In einer internen Präsentation heißt es, die Profile seien raffiniert erstellt worden. So wurden stets verschiedene IP-Adressen verwendet, auch die benutzten E-Mail-Adressen seien teilweise ungewöhnlich. Hinter der Fake-Attacke könnte ein Konkurrent stecken, der gezielt versucht, die Reputation von Xing zu schädigen. Intern schließt man auch andere Gründe nicht aus, etwa dass jemand für eine wissenschaftliche Arbeit herausfinden möchte, wie lange es dauert, bis gefälschte Profile gelöscht werden. Ein Xing-Sprecher sagt, man werde die gefälschten Profile identifizieren und löschen. Der Aufwand sei groß und erfordere in vielen Fällen "Handarbeit". Zudem habe der Vorstand beschlossen, juristisch gegen unbekannt vorzugehen.